19. Februar 2019

Nierenzellkarzinome

In 2 Phase 3-Studien, die vor wenigen Tagen beim amerikanischen Kongreß für Uroonkologie und zeitgleich im N Engl J Med veröffentlicht wurden, wurde berichtet, dass eine Kombinationstherapie von Axitinib (einem VEGF-Hemmstoff) und Pembrolizumab (Keynote-426) oder Avelumab (JAVELIN Renal 101) (beides PD-1 Hemmstoffe, Check-point Inhibitoren) einer Therapie mit Sunitinib überlegen sind. Derzeit ist unklar, ob die Kombinationstherapien besser sind als eine Therapie mit Axitinib allein oder als eine Therapie mit Nivolumab + Ipilimumab. Es ist anzunehmen, dass Kombinationsbehandlungen zukünftig als Therapiestandard anzusehen sein werden.

24. Januar 2019

Brustkrebs

adjuvante / antihormonelle Therapie

Die amerikanische Krebsgesellschaft ASCO hat Ende letzten Jahres eine Überarbeitung ihrer Leitlinien für die antihormonelle Therapie für Patientinnen mit Brustkrebs veröffentlicht. Bei einer Vielzahl in den vergangenen Jahren veröffentlichter Studie zu diesem Thema sind die aktualisierten Leitlinien hilfreich für Patientinnen und behandelnde Onkologen/Gynäkologen, eine bestmögliche, individuell am besten geeignete antihormonelle Behandlung festzulegen. 

J Clin Oncol 2018

Nierenzellkarzinome - Nierenkrebs

Nachdem die europäische Zulassungsbehörde EMA eine Immuntherapie mit Nivolumab (Opdivo) plus Ipilimumab (Yervoy) Mitte 2018 zunächst nicht zugelassen hatte, ist diese Zulassung jetzt erfolgt und gilt für die Erstlinientherapie bei Patienten mit Nierenzellkarzinom und intermediärem oder hohem Risiko. Getestet wurde diese Kombination im Vergleich zu einer Therapie mit der bisherigen 'Standardtherapie' mit Sunitinib und zeigte bessere Überlebensraten. Wenngleich weiterhin unklar ist, ob die Hinzufügung von Ipilimumab zu Nivolumab vorteilhaft für die Überlebenschancen der Patienten ist und ob der Einsatz der Kombinationstherapie vorteilhafter ist als eine nacheinander erfolgte Therapie mit o.g. Medikamenten, steht die Kombinationstherapie nunmehr als eine weitere Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom zur Verfügung. Dabei sind die Nebenwirkungen der Behandlungen ebenfalls sorgfältig und im Einzelfall zu erwägen. 


Gallengangskarzinome

Wie bereits bei etlichen anderen Tumorerkrankungen, die eine Genveränderung (Mutation) im BRAF Gen aufweisen, zeigte sich in einer aktuellen kleinen Studie, die beim US-amerikanischen  Kongreß für Magen-Darm-Tumoren bekannt gegeben wurde, dass eine Behandlung mit Dabrafenib und Trametinib auch bei Patienten mit Gallengangkarzinom (CCC) und BRAF Mutation (V600E) sowie teils erheblicher Vorbehandlung bei ca 40% der Patienten zu einer deutlichen Tumorverkleinerung führte. Die Autoren kommen zu der Schlußfolgerung, dass bei Patienten mit CCC eine Untersuchung auf das Vorliegen einer BRAF Mutation sinnvoll ist, um eine entsprechende Therapiemöglichkeit zu prüfen.

Weinberg et al., ASCO GI Symposium 2019 (abstract 187)

Weichteilsarkome 

Therapie mit Olaratumab (Lartruvo)

In einer kleinen sog. Phase II- Studie war vor einigen Jahren ein Überlebensvorteil für Patienten beobachtet worden, die eine Kombination von Adriamycin (Doxorubicin) plus dem Medikament Olaratumab (Lartruvo) gegenüber der bis dahin geltenden Standardtherapie mit Adriamycin (Doxorubicin) als alleinige Behandlung erhielten. Daraufhin wurde Olaratumab sowohl in den USA als auch 2016 in Europa als Zusatztherapie zu Adriamycin (Doxorubicin) zugelassen. In einer jetzt veröffentlichen Pressemitteilung wurde verlautbart, dass die positiven Ergebnisse in einer größeren (Phase III) Studie (ANNOUNCE-Studie) nicht bestätigt wurden. Die zusätzliche Gabe von Olaratumab (Lartruvo) verbesserte weder das sog. progressionsfreie Überleben noch das Gesamtüberleben der Patienten. Die Europäische Zulassungsbehörde (EMA) weist darauf hin, dass keine 'neuen' Patienten mehr mit Lartuvo (Olaratumab) behandelt werden sollten.

EMA-Pressemitteilung vom 23.1.2019


3. Januar 2019

HER2+ Brustkrebs (adjuvante Therapie nach der Operation bei Nachweis von Resttumor)

In der kürzlich veröffentlichten KATHERINE Studie wurde untersucht, welche Therapie bei Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs und Resttumor nach vor der Operation erfolgter Chemotherapie am Besten durchgeführt werden sollte. Verglichen wurde eine Therapie mit Trastuzumab mit einer Behandlung mit Trastuzumab-Emtansin (T-DM1). Patientinnen, die nach der Operation mit T-DM1 behandelt wurden, wiesen ein um ca. 50% geringeres Risiko für invasiven Brustkrebs oder Tod auf als Patientinnen mit Weiterbehandlung mit Trastuzumab (Minckwitz et al, NEJM 2018).
Desmoide / Desmoid-Tumoren /aggressive Fibromatose

Desmoide sind seltene Weichteiltumoren, die zwar sehr selten metastasieren, die jedoch lokal verdrängend und infiltrierend in verschiedenen Körperregionen wachsen und hierdurch zu bedrohlichen Komplikationen führen können. Operationen sind oft nicht möglich und Desmoide führen auch nach Operation oft zu Rückfällen. Aufgrund der Seltenheit dieser Weichgewebstumoren existieren bislang nur wenige Studiendaten zur medikamentösen Therapie. In einer Phase III Studie wurde nun erstmals eine Therapie mit Sorafenib mit einer Plazebo-Behandlung verglichen. Bei Therapie mit Sorafenib waren 87% der Patienten nach 2 Jahren ohne Fortschreiten des Tumors, verglichen mit nur 36% der Patienten mit Plazebotherapie. Sorafenib stellt somit einen neuen Therapiestandard dar (Gounder et al., NEJM 2018).