3. Januar 2019

Chronische lymphatische Leukämie (CLL)
 
Mehrere neue Medikamente haben die Therapiemöglichkeiten von Patienten mit einer CLL in den letzten Jahren bereichert und verbessert. Dabei stellt Ibrutinib eines der mittlerweile wichtigsten neuen Medikamente in Tablettenform dar. In zwei großen randomisierten Studien , die kürzlich veröffentlicht wurden, wurde eine Erstlinientherapie mit herkömmlichen Behandlungen verglichen. In der ECOG-E1912 Studie (Shanafelt etc. als., ASH Meeting, 2018) wurde eine für jüngere Patienten (<= 70 Jahre; ohne Deletion 17p) übliche Therapie mit FCR (Fludarabin, Cyclophosphamid, Rituximab) mit einer Therapie mit Ibrutinib plus Rituximab verglichen. Dabei zeigte sich sowohl das sogenannte progressionsfreie als auch das Gesamtüberleben der mit Ibrutinib behandelten Patienten einer Behandlung mit FCR als überlegen.

In der bei älteren Patienten (>65 Jahre) durchgeführten ALLIANCE Studie (Woyach er als, NEJM 2018) wurden folgende Therapien miteinander verglichen: Ibrutinib, Ibrutinib + Rituximab und Bendamustin/Rituximab. Nach 2 Jahren waren 13% der Patienten, die mit Ibrutinib +/- Rituximab behandelt , mehr ohne Fortschreiten der Erkrankung als mit Bendamustin/Rituximab zu verzeichnen. Ein nennenswerter Unterschied fand sich nicht für die Hinzunahme von Rituximab zu Ibrutinib. Komplette Tumorrückbildungen fanden sich jedoch häufiger mit Bendamustin/Rituximab, das andererseits häufiger Blutbildnebenwirkungen hervorrief als Ibrutinib. Ein Unterschied im Gesamtüberleben war zum Zeitpunkt der aktuellen Studienauswertung nicht ersichtlich.
In beiden Studien zeigten sich bei den Patienten mit mutiertem IgvH Status keine wesentlichen Unterschiede zwischen Ibrutinib (+/- Rituximab) und der Chemo-Immuntherapie (FCR bzw Bendamustin/Rituximab). Hier kann die bisherige Therapie mit FCR oder Bendamustin/Rituximab als gleichwertige, zeitlich begrenzte Therapiemöglichkeit (ca. 6 Monate) gegenüber einer zeitlich unbegrenzten Therapie mit Ibrutinib angesehen werden.