13. Dezember 2016

Brustkrebs

Adjuvante antihormonelle Therapie (5 oder 10 Jahre?)

In einer früheren Untersuchung war bereits gezeigt worden, dass nach einer 5 jährigen antihormonellen Therapie mit Tamoxifen eine Therapiefortführung mit Tamoxifen oder einem Aromataseinhibitor bis zu 10 Jahren zwar geringe, aber statistisch signifikante Vorteile für das krankheitsfreie Überleben nach 10 Jahren bieten kann.
Da die Mehrzahl der Patientinnen seit 5-10 Jahren aber von Beginn an mit einem Aromatasehemmer (Aromataseinhibitor; z.B. Letrozol, Anastrozol oder Exemestan) behandelt werden, war unklar, ob eine Therapiefortführung bis zu 10 Jahren mit einem Aromatasehemmer ebenfalls vorteilhaft sein kann. Diese Frage wurde in der NASBP B-42 Studie geprüft, deren erste Ergebnisse beim diesjährigen San Antonio Breast Cancer Symosium 2016 vorgestellt wurden. Eine Therapiefortführung mit Letrozol über 5 Jahre hinaus zeigte einen statistischen Trend mit einer 15%igen Risikoreduktion beim krankheitsfreien Überleben. Statistisch signifikante Ergebnisse fanden sich jedoch weder für das krankheitsfreie noch für das Gesamtüberleben. Das Brustkrebs-freie Überleben (Krankheitsintervall) sowie das Risiko eines Krankheitsrückfalls wurden geringfügig, wenngleich jedoch statistisch signifikant verringert. Interessant ist dabei auch, dass das Osteoporose-Risiko nicht signifikant erhöht wurde. Die Ergebnisse die großen US-amerikanischen Studie zeigen, dass eine Therapieforführung über 5 Jahre hianus individuell mit jeder Patientin besprochen werden sollte.
 
(San Antonio Breast Cancer Symosium, Dezember 2016)