1. Juni 2014

Mammakarzinome / Brustkrebs - prämenopausale Patientinnen - adjuvante antihormonelle Therapie (Ergebnisse der SOFT und TEXT Studien)

Mammakarzinome / Brustkrebs - prämenopausale Patientinnen - adjuvante antihormonelle Therapie (Ergebnisse der SOFT und TEXT Studien)

Bei postmenopausalen Patienten mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs wird nach Operation, Strahlentherapie und evtl. Chemotherapie eine antihormenlle Therapie mit Tamoxifen oder einem Aromataseinhibitor (z.B. Letrozol, Anastrozol oder Exemestan) durchgeführt. Bei prämenopausalen Patientinnen besteht die adjuvante antihormonelle Therapie bisher aus der Gabe von Tamoxifen für 5 Jahre und der evtl. zusätzlichen Ausschaltung der Eierstockfunktion (meist durch Medikamente, LHRH-Analoga; selten durch Operation oder Strahlentherapie der Ovarien/Eierstöcke) für die Dauer von 2-maximal 5 Jahren, wobei bislang nicht geklärt ist, ob die zusätzliche Ausschaltung der Eierstockfunktion einen Überlebensvorteil mit sich bringt. Diese Frage wird derzeit noch in Studien geprüft. In der aktuellen Analyse der IBCSG Studiengruppe von Daten der sog. SOFT und TEXT Studien wurde untersucht, ob eine 5-jährige antihormonelle Therapie mit Ausschaltung der Eierstockfunktion plus entweder Tamoxifen oder dem Aromatasehemmstoff Exemestan zu vergleichbaren Ergebnissen führt. Dabei zeigte sich, dass die Kombination von Eierstockunterdrückung plus Exemestan der Kombination von Eierstockunterdrückung plus Tamoxifen im Hinblick auf das krankheitsfreie Überleben nach 5 Jahren um ca. 3-4% überlegen ist. Eine genaue Untersuchung zur Lebensqualität mit diesen beiden Behandlungsmaßnahmen liegt dezeit noch nicht vor. Diese Ergebnisse zeigen, dass entgegen dem bisherigen Therapiestandard eine Kombination von Aromataseinhibitor (hier Exemestan) und vorübergehender Eierstockfunktionsausschaltung eine zumindest gleichwertige, sogar statistisch gering überlegene Therapiemaßnahme darstellen kann. Inwieweit sich der Vorteil beim krankheitsfreien Überleben eventuell auch auf die Gesamtüberlebensrate auswirkt, ist nach der bisherigen, ca. 5-6 jährigen Beobachtungsdauer dieser Studie noch unklar.

Pagani O et al., J Clin Oncol ASCO-Kongress 2014, late breaking abstract LBA1