28. April 2013

Weichteilsarkome / Liposarkome

Liposarkome gehören zu den häufigsten Weichteilsarkomen, die bei Erwachsenen auftreten können. Liposarkome lassen sich wiederum in 3 Gruppen unterteilen: (a) in die myxoiden/rundzelligen Liposarkome, die durch ganz bestimmte (spezifische) Chromosomenveränderungen (Translokationen) und eine recht gute Empfindlichkeit auf Chemotherapie gekennzeichnet sind; (b) in die pleomorphen Liposarkome und (c) in die gut/schlecht differenzierten ("well-differentiated / poorly-differentiated") Liposarkome. Die letztgenannte Gruppe weist komplexe Chromosomenveränderungen und üblicherweise nur eine mäßige Empfindlichkeit auf klassische, sarkomtypische Chemotherapien auf. Trotz der Vielfalt der Veränderungen an den Tumorzellchromosomen ist bei mehr als 90% der "well/poorly-differentiated" Liposarkome eine Vervielfachung bestimmter Chromosomenabschnitte (Amplifikation) zu finden. Auf den vervielfachten Chromosomenabschnitten finden sich Gene, die zu einer Vermehrung der Tumorzellen beitragen könnten. Hierbei handelt es sich um die Gene CDK4 und MDM2. Diese werden bereits für die Diagnostik dieser Tumoren durch die Pathologen genutzt. Unklar ist bisher, ob die Hemmung dieser vervielfachten Gene zu einer Verbesserung des Tumorverlaufs führen kann. Hierzu wurden Hemmstoffe der CDK4 und MDM2 Enzyme entwickelt und derzeit in Studien getestet. Eine Studie zum CDK4 Hemmstoff PD0332991 wurde jetzt veröffentlicht. Von 30 in diese Phase II-Studie eingeschlossenen Patienten mit gut/schlecht differenziertem Liposarkom waren 29 Patienten auswertbar. Beurteilt wurde die Zeitdauer bis zum Fortschreiten der Erkrankung (progressionsfreies Überleben; PFS). Dies lag höher als in einer historischen Vergleichgruppe von Patienten mit allerdings unterschiedlichen Weichteilsarkomen. Ein Patient erreichte nach ca. 1, 5 Jahren eine sogenannte partielle Remission; drei weitere Patienten zeigten eine geringe Tumorgrößenabnahme, die jedoch die Merkmale einer "partiellen Remission" nicht erfüllten. Insgesamt kommen die Autoren dieser Studie zu der Schlußfolgerung, dass eine Hemmung des CDK4 Enzyms zumindest bei einem (kleinen) Teil der Patienten mit dieser Erkrankung eine interessante Behandlungsoption sein könnte. Derzeit werden andere CDK4 Hemmstoffe geprüft, die weniger Nebenwirkungen auf die Blutbildung zeigen. Inwieweit das Prinzip der Hemmung von CDK4 und/oder MDM2 bei o.g. Liposarkomen in der Zukunft Bedeutung haben könnte, ist momentan noch nicht abzuschätzen. Hierzu sind weitere Studien erforderlich.

Dickson et al., J Clin Oncol 31, 2013