21. April 2013

Niedrig maligne Non-Hodgkin-Lymphome (NHL)

Seit vielen Jahren werden international Therapiestudien durchgeführt, um herauszufinden, welche Therapie die besten Behandlungsergebnisse liefert und mit den geringsten Nebenwirkungsraten einhergeht. Zur Auswahl stehen folgende Behandlungsregime: R-CHOP, R-FM, R-CVP sowie R-B. Dabei steht "R" für den Antikörper Rituximab, der mit verschiedenen Zytostatika kombiniert wird, so beispielsweise mit Cyclophosphamid, Doxorubicin (Adriamycin), Vincristin und Prednison (CHOP), Fludarabin und Mitoxantron (FM), Cyclophosphamid, Vincristin und Prednsion (CVP) oder nur mit Bendamustin (B). Unklar ist bisher, welche Therapie mit den besten Überlebenschancenm einhergeht; dies liegt vor allem an der guten Prognose der Mehrzahl der Patienten mit niedrig malignen NHL, so daß lange Nachbeoachtungszeiten und sehr hohe Patientenzahlen in den einzelnen Studien erforderlich sind. Vielfach wird daher die Zeit verglichen, nach der die Erkrankung wieder auftritt, das sogenannte progressionsfreie Überleben (PFS).
In einer gerade veröffentlichten italienischen Studie (FOLL05) wurde berichtet, dass die Kombinationen R-CHOP und R-FM mit einem besseren PFS einhergehen als R-CVP; aufgrund der höheren Nebenwirkungsrate von R-FM wird jedoch R-CHOP als Therapie der Wahl interpretiert. In einer vorläufigen Auswertung einer anderen Studie, die ebenfalls kürzlich vorgestellt wurde, wurde R-B mit R-CHOP und R-CVP verglichen (Bright-Studie). Dabei erwies sich R-B der Therapie mit R-CHOP/R-CVP als gleichwertig im Hinblick auf das Erreichen einer Tumorrückbildung. Daten zur progressionsfreien Überleben liegen noch nicht vor. In der Untergruppe der Mantelzelllymphome war die Rate von Tumorrückbildungen mit R-B höher als mit R-CHOP/R-CVP. In einer weiteren, deutschen Studie der STIL-Studiengruppe wurde R-B mit R-CHOP verglichen. Nach einer knapp 4 jährigen Nachbeobachtungszeit zeigte sich das progressionsfreie Überleben mit R-B deutlich besser als mit R-CHOP; auch die Verträglichkeit von R-B erwies sich als günstiger als diejenige von R-CHOP. Insgesamt zeigen die Ergebnisse der genannten Studien, dass die in Deutschland bereits häufig verwendete Therapie mit Rituximab und Bendamustin (R-B) eine gute Therapiewahl für Patienten mit niedrigmalignen Non-Hodgkin-Lymphomen darstellt.
 
(Rummel et al, Lancet 381: 1203-1210, 2013; Federico et al., J Clin Oncol 31: 1506-1513, 2013; Flinn et al., Blood 120 (abstract 902), 2012)