6. April 2013

Antihormonelle Therapie nach Brustkrebs

In einer Studie, an der mehr als 7500 Patientinnen mit hormonempfindlichem Brustkrebs nach Operation und Bestrahlung (und teilweise auch vorheriger Chemotherapie) teilnahmen, wurden die beiden Aromatasehemmstoffe Anastrozol und Exemestan miteinander verglichen. Aromatasehemmstoffe (Aromataseinhibitoren) verringern die Blutspiegel des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen, indem sie die Umwandlung von Vorläuferhormonen aus der Nebenniere in Östrogene hemmen. Von ihrer chemischen Struktur werden steroidale und nicht-steroidale Aromatasehemmer unterschieden. Zu den nicht-steroidalen Substanzen gehören Anastrozol und Letrozol; Exemstan ist ein sog. steroidaler Aromataseinhibitor.
Die aktuelle Studie MA.27 beschreibt, dass beide Medikamente nach einer mittleren Beobachtungszeit von etwas mehr als 4 Jahren eine vergleichbare Wirksamkeit im Hinblick auf die Rückfallrate und das Gesamtüberleben der Patientinnen aufwiesen. Es fanden sich auch keine nennenswerten Unterschiede bei Nebenwirkungen wie Hitzewallungen sowie Muskel- und Gelenkbeschwerden oder Durchblutungsstörungen an Herz oder Gehirn. Einige geringfügige, aber statistisch signifikante Unterschede ergaben sich bei den folgenden Nebenwirkungen. Patientinnen mit Exemestan wiesen etwas häufiger geringfügige Leberenzymerhöhungen auf (insgesamt aber nur ca. 1%), während Patientinen, die Anastrozol erhielten, etwas häufiger eine Erhöhung der Blutfettwerte zeigten. Eine typische Nebenwirkung der Aromatasehemmer ist, dass sie den altersbedingten Verlust an Knochensubstanz etwas beschleunigen können. Die selbstberichtete Häufigkeit einer Osteoporose lag bei den Patientinnen, die Exemestan erhielten, geringfügig unter der Häufigkeit, wie sie von Patienten mit Anastrozol berichtet wurden. Insgesamt gehen die Autoren der Studie davon aus, dass beide Aromatasehemmstoffe eine vergleichbare Wirksamkeit aufweisen und Exemestan neben Anastrozol und Letrozol eine geeignete antihormonelle Therapie nach Brustkrebs darstellt.

Goss et al., J Clin Oncol 11: 1398-1404, 2013