4. Januar 2013

Weichteilsarkome


Adriamycin/Doxorubicin Monotherapie bleibt Therapiestandard bei der Behandlung fortgeschrittener Weichteilsarkome

Ungeachtet neuer Medikamente wie beispielsweise der VEGFR-Hemmstoff Pazopanib, der Mitte 2012 für die Zweitlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem Weichteilsarkom zugelassen wurde, bestand über lange Zeit Unklarheit, ob eine ausreichend dosierte klassische Chemotherapie mit der Kombination von Doxorubicin plus Ifosfamid einer alleinigen Therapie mit Doxorubicin bei der Erstbehandlung überlegen sei.  In der EORTC 62012 Phase III-Studie wurde nunmehr beschrieben, dass die Kombinationsbehandlung sohl die Ansprechrate und die Zeitdauer bis zum Fortschreiten der Erkrankung verlängern kann, dass aber das Gesamtüberleben der Patienten hierdurch nicht signifikant verbessert werden kann. Zudem war die Kombinationstherapie deutlich nebenwirkungsreicher als die Monotherapie. Eine Erstlinientherapie mit Doxorubicin bleibt somit der Therapiestandard bei der Mehrzahl der Patienten, bei denen keine rasche Progression der Erkrankung und keine tumorbedingten Symptome vorhanden sind.

Judson et al., ESMO Kongreß 2012, Abstract LBA7

 
Regorafenib bei der Therapie von gastrointestinalen Stromatumoren (GIST)

Bereits im Sommer 2012 wurde bei ASCO Kongress berichtet, dass Regorafenib eine wirksame Therapie von GIST-Patienten nach Versagen einer Therapie mit Imatinib und Sunitinib darstellt. In einer Subgruppenanalyse wurde nunmehr gezeigt, dass die Vorteile zugunsten von Regorafenib in allen vorab charakterisierten Untergruppen der Studie nachweisbar waren.
 
Casali et al., ESMO Kongreß 2012, Abstract  1478O
 
 
Dovitinib bei Imatinib-/Sunitinib-refraktären GIST
 
In einer Phase II Studie mit Dovitinib, einem neueren Tyrosinkinase-Hemmstoff, wurde beschrieben, dass diese Substanz bei Imatinib- und Sunitinib-refraktären GIST Patienten teilweise noch wirksam sein kann. Dovitinib wird dezeit in weiteren Studien geprüft.
 
Kang et al., ESMO Kongress 2012, Abstract 1481PD
 
 
Selektive interne Radiotherapie (SIRT) bei GIST-Patienten, die auf eine Behandlung mit Tyrosinkinasehemmstoffen nicht mehr hinreichend ansprechen
 
Bei einzelnen Patienten mit TKI-refraktärem GIST und Lebermetastasen scheint eine SIRT-Therapie in Einzelfällen hilfreich zu sein. In einer deutschen Untersuchung an 9 Patienten wurde die SIRT als experimentelle Therapie untersucht. Die ersten, vorläufigen Ergebnisse zeigten zufriedenstellende Resultate im Hinblick auf einen Stop des Tumorwachstums, bedürfen aber einer weitergehenden Bestätigung, bevor ein solcher Ansatz regelhaft in Betracht zu ziehen wäre.
 
Hohenberger et al., ESMO Kongreß 2012, Abstract 1484PD