10. Mai 2012

Plasmozytom (multiples Myelom)
In drei Studien, die am 10.5.2012 im Fachjournal New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden, konnte nachgewiesen werden, dass das Medikament Lenalidomid das Fortschreiten der Erkrankung um ca. 1 bis 1,5 Jahre verzögern kann, wenn es nach einer Hochdosistherapie und Stammzelltransplantation oder bei älteren Patienten nach einer sogenannten Induktionstherapie - ohne Hochdosistherapie - verabreicht wurde. Als Nebeneffekt wurde beobachtet, dass die Rate an Zweittumoren bei denjenigen Patienten geringfügig erhöht war, die eine Erhaltungstherapie mit Lenalidomid erhalten hatten. Die positiven Effekte von Lenalidomid waren nach autologer Stammzelltransplantation und bei älteren Patienten zu beobachten, die für eine Hochdosistherapie und Stammzelltransplantation nicht in Betracht kamen. Inweit eine Erhaltungstherapie mit Lenalidomid nach Ersttherapie der Erkrankung vorteilhafter ist als ein Einsatz des Medikaments in der Zweitlinientherapie ist derzeit nicht geklärt, wie in einem Begleitartikel (Editorial) zu diesen 3 Arbeiten angemerkt wird. (N Engl J Med 2012, 366). Die genannten Studienergebnisse werden als Grundlage dienen, eine Zulassung von Lenalidomid als Erhaltungstherapie bei den Zulassungsbehörden zu beantragen.